Presse
FDP Butzbach zur Finanzsituation der Stadt Butzbach
Geschrieben von: Norbert Gonter & Oliver Löhr Mittwoch, 14. April 2010 um 11:15 Uhr
Herr Mentz möge einmal aufzeigen, wie es der FDP auf Landes- und Bundesebene gelungen ist, innerhalb kürzester Zeit zu einem Schuldenberg von über 100 Millionen Euro zu führen. Diese Anschuldigungen entbehren schlicht und ergreifend jeglicher sachlicher Grundlage, was sich auch in der Entwicklung der Butzbacher Finanzlage zeigt:

Die Finanzentwicklung der Stadt Butzbach (Die mit * gekennzeichneten Beträge sind Schätzungen)
Allein die Tatsache, dass die schwarz – rote Koalition angesichts der bedrohlichen Haushaltslage nicht schon lange in „Panik“ geraten ist und stattdessen die jüngste Presseerklärung der Butzbacher Oppositionsparteien als „Panikmache“ bezeichnet, zeigt deren fragwürdiges Verhältnis zu den Finanzen unserer Stadt. Angesichts der wirklich kritischen finanziellen Lage der Stadt Butzbach ist nun keine Zeit mehr für öffentliche Schuldzuweisungen. Zu der finanziellen Lage haben etliche Faktoren und Personen beigetragen, sodass die immer wieder kehrenden Schuldzuweisungen unangebracht sind.
Ziel einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik sollte nun vielmehr eine gemeinsame Lösung der Probleme in Form einer zielstrebigen Haushaltskonsolidierung sein. Es ist spätestens jetzt an der Zeit, die ewigen politischen Grabenkämpfe in der Butzbacher Kommunalpolitik einzustellen und gemeinsam zum Wohl der Stadt Butzbach zusammenzuarbeiten. Solange die sogenannte große Koalition wichtige Entscheidungen jedoch ohne die Oppositionsparteien fällt und deren Vorschläge oftmals schlichtweg ignoriert, muss die Koalition auch die unter Umständen fatalen Folgen für die Zukunft unserer Stadt tragen. Die FDP Butzbach ist bereit konstruktiv zum Wohle unserer Stadt zusammenzuarbeiten – dies ist die Politik den Butzbacher Bürgerinnen und Bürgern schuldig.
Im Übrigen helfen kleine Einsparungen an allen möglichen Stellen nicht wirklich weiter, wenn wir unsere riesigen Defizite und die katastrophale Verschuldung von über 4000,- EURO pro Kopf unserer Bürger wirklich reduzieren wollen. Dafür ist mehr notwendig, wie wir schon seit Jahren fordern: Keine unnötigen „Prunkbauten„, die wir uns nicht leisten können; stattdessen muss die Einnahmenseite verbessert werden, vor allem durch Ansiedlung von Gewerbe und Industrie und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen. Dazu gehört auch ein kluges Stadtmarketing, um Butzbach als hervorragenden Standort bekannter zu machen. Dann könnte es auch gelingen, mehr Wohnbevölkerung aus dem Rhein-Main-Gebiet zu uns zu holen, denn auch das bringt Einnahmen. Das wurde alles verschlafen in den letzten Jahren, auch unter der schwarz-roten Koalition. Stattdessen werden Investitionen von privaten Investoren von über 10 Mio. EURO und die Schaffung von deutlich über 100 Arbeitsplätzen nach wie vor blockiert. Dies hätte uns in den letzten 6 Jahren bereits Einnahmen von fast 2 Mio Euro gebracht. Soviel können wir durch „Streichungen“ gar nicht hereinholen.
Fazit: Die Butzbacher Finanzprobleme sind hausgemacht und nicht in Berlin oder Wiesbaden oder gar durch die Weltwirtschaftskrise verursacht worden. Dies hat lediglich zu einer geringen Verschärfung der Probleme geführt. Wir müssen versuchen, aus dieser Misere herauszukommen, und zwar durch Ansiedlung von Gewerbe und die Schaffung von Arbeitsplätzen, um auch die Wohnbevölkerung zu erhöhen.
CDU soll endlich zu vernünftiger Sachpolitik zurückkehren
Geschrieben von: Oliver Löhr Donnerstag, 28. Januar 2010 um 12:18 Uhr
Liest man die jüngste Pressemitteilung des CDU Fraktionsvorsitzenden Alexander Kartmann, so fragt man sich ernsthaft wie realitätsfremd die CDU in Butzbach geworden ist. Nachdem die CDU gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner am vergangenen Samstag den FDP Stadtrat Norbert Gonter persönlich angegriffen hat, werden nun abermals öffentlich Behauptungen aufgestellt, die fernab jeglicher Realität sind. Offenbar glaubt Alexander Kartmann nicht nur, dass die CDU in Butzbach weiterhin das alleinige Monopol für gute Ideen und richtige Entscheidungen habe, sondern auch, dass er die Butzbacher Bevölkerung für dumm verkaufen kann.
Nachdem die schwarz – rote Koalition in Butzbach in Sachen Hallenbad vergangene Woche zum zweiten Mal eine falsche Einschätzung korrigieren musste (nach dem aus für das Spaßbad an der Autobahn), versucht man nun durch persönliche Angriffe und Falschaussagen zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Schön, dass auch der scheinbar „unfehlbare“ CDU Fraktionsvorsitzende inzwischen einsieht, dass es zur Hallenbad – Sanierung nie eine Alternative gab. Der aufmerksame Beobachter fragt sich jedoch, weshalb eine Entscheidung, zu der es nie eine Alternative gab und die man schon immer so gewollt habe, so viele Jahre andauerte. Dann können CDU und SPD dem Antrag der „kleinen“ Parteien in der nächsten Stadtverordnetenversammlung ja zustimmen.
Dass das Spaßbad seinerzeit nicht „die notwendige Unterstützung in der Bevölkerung fand“ hat die CDU Butzbach auch nicht selbst festgestellt, sondern es bedurfte eines Bürgerbegehrens mit mehr als 4000 Unterschriften. Diesem Druck konnte auch die scheinbar übermächtige schwarz – rote Koalition nicht standhalten, sodass das Projekt „Spaßbad“ begraben werden musste. Auch die jüngste Entscheidung ist nicht etwa aus Einsicht von SPD und CDU, sondern durch öffentlichen Druck und dem Wunsch der Bevölkerung entstanden.
Gerade zu lächerlich ist die neuste „Erfindung“ Kartmanns, nach der die FDP angeblich einen Neubauvorschlag über 6 Millionen Euro unterstützt habe. Offensichtlich ist Kartmann jetzt jede Ausrede und Aussage recht, um das eigene Versagen in Sachen Hallenbad zu vertuschen. Die FDP Butzbach war immer der Auffassung, dass eine Sanierung am alten Standort die beste Lösung für das Butzbacher Hallenbad ist. Dies hat die FDP Butzbach seinerzeit durch das Bürgerbegehren und durch Bemühungen, wie beispielsweise einer eigenen Informationsveranstaltung mit Experten mehrfach unter Beweis gestellt.
Kartmann und seine CDU sollen endlich wieder zu vernünftiger Sachpolitik zurückkehren, anstatt die kleinen Fraktionen im Butzbacher Stadtparlament unentwegt zu beschimpfen und zu verunglimpfen. Unsere Stadt hat genug Probleme, bei deren Lösung diese Energie sicher besser aufgehoben wäre, als in einer „Schlammschlacht“ gegenüber den politischen Gegnern.
Pressekonferenz zur Stellungnahme der schwarz - roten Koalition
Geschrieben von: Helmut Dörr Montag, 25. Januar 2010 um 17:00 Uhr
"Wir freuen uns, dass jetzt auch die große Koalition nach fünf langen Jahren für die Sanierung ist", erklärten die Fraktionschefs Norbert Gonter (FDP), Thomas Gerum (UWG) und Rüdiger Maas (Grüne). Nur sollten Schwarze und Rote offen sagen, dass sie sich endlich den finanziellen Notwendigkeiten beugten, weil kein Geld für einen Neubau da sei und weil ohne eine Sanierung die Betriebserlaubnis für das Hallenbad zum Jahresende auslaufe.
Anstatt so zu tun, als sei die Idee mit der Sanierung auf eigenem Mist gewachsen, sollten CDU und SPD klar sagen, dass sie praktische auf den letzten Drücker dem seit Jahren propagierten Konzept der kleinen Fraktionen gefolgt seien. Die "Große Koalition" solle klar sagen, dass die Opposition in Sachen Hallenbad recht habe und die beste Lösung schon immer vertrete. Aber leider fehle es der CDU- und der SPD-Fraktion an Größe und Souveränität. Sie könnten nicht zugeben, in der Sache falsch gelegen zu haben.
Stattdessen ergehe man sich gegenüber der politischen Konkurrenz in Beschimpfungen, Beleidigungen und Falschdarstellungen. Dieses Manöver sei leicht durchschaubar. Der "Großen Koalition" sei jedes noch so abstruse Argument recht, um der Opposition ordentlich am Zeug zu flicken. Die Bevölkerung aber durchschaue diesen Popanz längst.
Wenn die Herren Alexander Kartmann und Matthias Görlach den kleinen Fraktionen im Stadtparlament den Vorwurf machten, sie seien "vorlaut und dumm", dann sei diese Wortwahl ein passender Ausdruck für die Verhaltenweise der beiden Fraktionsvorsitzenden selbst. Sie hätten sich nicht nur fünf Jahre lang einer vernünftigen Hallenbadsanierung widersetzt, sondern es auch seit Monaten verhindert, dass der Investor für den Autorasthof sein Projekt der Stadt Butzbach habe vorstellen können.
Die im BZ-Artikel vom Samstag erhobenen weiteren Vorwürfe von Kartmann und Görlach gegen die Politik der kleinen Fraktionen entbehrten ebenfalls jeder Grundlage. Der Magistrat beispielsweise sei keine Geheimloge, die im stillen Kämmerlein nach Gutsherrenart tage, sondern ein politisches Organ demokratischer Kontrolle. Die Bürgerinnen und Bürger hätten ein Recht auf eine sachliche und zeitnahe Information, wenn es um die berechtigten Interessen der Bevölkerung gehe. Das sei in Sachen Hallenbad der Fall.
Statt nun die "beleidigte Leberwurst" zu spielen, sollten Kartmann und Görlach lieber zugeben, dass sie in Sachen Hallenbad fünf Jahre verkehrt gelegen und stur ein "Bollwerk der Unvernunft" aufgebaut hätten. Insofern sei die Formulierung vom "Einrennen offener Scheunentore" in Sachen Hallendsanierung fast schon eine Irreführung der Öffentlichkeit. Die informierte Öffentlichkeit in Butzbach wisse sehr wohl, wer sich von Anfang an für die Sanierung des Hallenbades eingesetzt habe: "Dies waren nicht CDU und SPD".
In diesem Zusammenhang danke man der Butzbacher Bevölkerung und den Schwimmsport treibenden Vereinen für die Unterstützung. Gonter, Gerum und Maas: "Ohne sie hätten wir den fünfjährigen Kampf nicht durchgestanden!" Wer halbwegs aufmerksam und unvoreingenommen die ganze Hallenbadgeschichte in der Presse verfolgt habe, der wisse, dass CDU und SPD ihren plötzlichen Schwenk hätten notgedrungen vollziehen müssen. Denn es habe für sie keine andere Wahl mehr gegeben, zumal das Hallenbad nur noch eine Betriebserlaubnis bis Ende 2011 besitze. Es müsse saniert werden, ansonsten drohe der unweigerliche Abriss.
Absolut falsch sei auch der Vorwurf an die FDP-Fraktion. die Liberalen hätten noch vor Monaten ein Sanierungskonzept von sechs Millionen Euro verfolgt. Wahr sei, betonte Fraktionsvorsitzender Gonter, dass man immer in Kontakt mit Fachleuten gewesen sei, um die Kosten für die Sanierung auf eine Summe von drei bis vier Millionen Euro zu drücken. Leider habe die "Große Koalition" ihrerseits in den letzten Jahren unnötig sehr viel Geld aus dem Fenster geworfen, zum Beispiel mit der europaweiten Ausschreibzug des luxuriösen Spaßbades an der Autobahn.
In der gestrigen Pressekonferenz forderte der FDP-Fraktionsvorsitzende Gonter seine Parlamentskollegen Alexander Kartmann (CDU) und Matthias Görlach (SPD) zu einem öffentlichen Widerruf auf. Sie hätten ihn am Samstag in der BZ beschuldigt, "gezielte Falschinformationen" gestreut und eine "rechtswidrige Veröffentlichung von vertraulichen Magistratsinformationen" getätigt zu haben. Er lasse diese üblen Vorwürfe nicht auf sich sitzen, erklärte Gonter. Da verstehe er keinen Spaß mehr.

Mehrzweckhalle Nieder Weisel und Hallenbad müssen funktional erhalten werden
Geschrieben von: Oliver Löhr Donnerstag, 21. Januar 2010 um 12:01 Uhr
Liest man die aktuellen Äußerungen der Herren Görlach und Kartmann, so offenbaren sich deren sorgloser Umgang mit städtischen Geldern und die nicht mehr vorhandene Sachlichkeit in Punkto Mehrzweckhalle Nieder – Weisel und Hallenbad.
Alleine die Äußerung des SPD – Fraktionsvorsitzenden Matthias Görlach in einem Artikel in der BZ vom 19.01.10 zeigt dessen bedenkliches Verhältnis zu den Geldern der Stadt Butzbach. Görlach gab hier an, dass er nicht verstehe, weshalb eine Sanierung mit 2 Millionen Euro Kosten besser sei, als ein Neubau, der 3 Millionen Euro koste. Offenbar kommt es den Köpfen der sogenannten großen Koalition also nicht auf eine Million Euro mehr oder weniger im ohnehin desolaten städtischen Haushalt an.
Wenn man darüber hinaus die Pressemitteilung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander Kartmann liest, so dürfte auch dem letzten Butzbacher Bürger inzwischen auffallen, dass eine sachliche Entscheidung seitens CDU und SPD längst nicht mehr erwünscht ist. Die CDU will offenbar ohne Rücksicht auf Verluste einen Neubau der Nieder – Weiseler Mehrzweckhalle erzwingen und versucht diesen Willen nun mit neuen Gutachten und Argumenten zu rechtfertigen. Weder der FDP – Vorsitzende Norbert Gonter, noch der FDP Stadtverordnete Dieter Schott haben etwas gegen Nieder – Weisel oder eine neue Mehrzweckhalle für den Butzbacher Stadtteil. Aber für verantwortungsbewusste Mandatsträger ist nicht die Klientelpolitik für den Wohnsitz bestimmter Kommunalpolitiker, sondern das Wohl der gesamten Stadt Butzbach das oberste Ziel. Die Stadt Butzbach kann sich den Neubau der Mehrzweckhalle in Nieder – Weisel jedoch zum jetzigen Zeitpunkt schlicht und ergreifend nicht leisten. Zudem ist an dieser Stelle die Frage angebracht, welcher private Hausbesitzer bei seinem in die Jahre gekommenen Haus einen Abriss einer grundlegenden Renovierung vorziehen würde.
Wenn der CDU – Fraktionsvorsitzende Alexander Kartmann nun unbedingt einen Neubau der Nieder Weiseler Mehrzweckhalle anstrebt, so müsste er erst einmal eine Finanzierung hierfür vorstellen. Entweder es können für diesen Neubau noch mehr Fördermittel des Landes erzielt werden, oder aber die Stadt müsste deutlich höhere Einnahmen in ihrem Haushalt verzeichnen. Und genau in diesem Punkt haben die Herren Kartmann es zu verantworten, dass die Stadt Butzbach nicht schon längst über höhere Einnahmen durch einen Familien – Rasthof verfügt. Können die Einnahmen nicht erhöht werden, so sollte Alexander Kartmann der Bevölkerung gegenüber so ehrlich sein, und öffentlich zugeben, dass die CDU Butzbach lieber das Butzbacher Hallenbad schließt, statt auf den Neubau der Mehrzweckhalle in Nieder Weisel zu verzichten. Beide Großprojekte wird sich die Stadt Butzbach in absehbarer Zeit aufgrund der Finanzlage nicht leisten können.
Sicher ist die Nieder – Weiseler Mehrzweckhalle eine gut ausgelastete Einrichtung, welche auch durch die dortige Schule genutzt wird. Allerdings wird das Butzbacher Hallenbad von deutlich mehr Einrichtungen genutzt. So halten hier z.B. alle Butzbacher Schulen ihren Schwimmunterricht ab.
Ziel einer verantwortungsbewussten Stadtentwicklung muss sein, beide Einrichtungen möglichst funktional zu erhalten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn beide möglichst kostengünstig saniert werden. Hier müssen die politischen Entscheidungsträger der Stadt Butzbach jedoch so ehrlich sein und den wahren Handlungsspielraum der Stadt kommunizieren, um dann eine objektive Entscheidung zu treffen.
Neujahresmpfang mit Dr. Stefan Ruppert
Geschrieben von: Helmut Dörr Montag, 18. Januar 2010 um 00:00 Uhr

Dr. Ruppert, der noch auf zwei Neujahrsempfänge weiter wollte, stellte sich kurz vor: Geboren 1971 in Frankfurt am Main, wohnhaft in Oberursel, wo er weiterhin mit seiner Frau Pamela lebt. Leidenschaftlicher Tennisspieler und Koch und lange Jahre in der Jugendarbeit der evangelischen Christuskirche engagiert. Mitglied im Innenausschuss des Bundestages, und der FDP seit 1990 als Mitglied verbunden. 1991 machte er das bilinguale Abitur an der Ziehenschule Frankfurt. Er habe die klassische Tour als Kommunalpolitiker absolviert, als Stadtverordneter, Kreistagsmitglied und lange Zeit engagiert bei den jungen Liberalen des Hochtaunuskreis. Studiert habe er Politikwissenschaften, Jura und Geschichte, seine Doktorarbeit am Max-Planck-Institut verfasst. Er sei wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe gewesen und beschäftige sich mit dem Kernthema unsrer Tage, der schrumpfenden und alternden Gesellschaft. Er sei seit der letzten Wahl im September 2009 neu im Bundestag und überrascht von der schnellen Taktung von grundsätzlichen und politischen Entscheidungen, die dort gefällt werden. Man sei gezwungen, um den eigenen Faden nicht zu verlieren, sich auf wichtige Dinge zu beschränken. Letztlich müsse man klar sehen, dass man zwar vier Jahre lang Abgeordneter in Berlin sein könne, letztlich aber nur sehr wenig verändert habe. Als Beauftragter für Kirchen und Religionen freue er sich, als überzeugter Protestant etwas für den interreligiösen Dialog tun zu können.
Festzuhalten bleibe, dass die FDP 2009 im Bund und auch anderswo gute Wahlergebnisse erzielt habe, dass man diese in erfolgreiche Politik umsetzen müsse. Es sei kein einfacher Start gewesen, vor alle nicht, weil die Liberalen zuvor elf Jahre i der Position gewesen seien. Also sei man mit Elan in die Regierungsarbeit eingestiegen, mit einem Elan, den die CDU als solchen im ersten Moment nicht als solchen angesehen habe.. 2010 wolle man ordentlich ergieren und das Programm Stück für Stück umsetzen. Man habe sich mit Absicht nicht beteiligt an der Diskussion um die Führungskraft der Kanzlerin. Das gehöre nicht in die Öffentlichkeit. Man finde die Liberalen eher dort, wo Menschen sich vertrauten, wo man mit einander rede.
Man habe das etwas steif klingende "Wachstumsbeschleunigungsesetz" beschlossen und wolle nun seine Inhalte umsetzen, auch wen die klaren ordnungspolitischen Überzeugungen fehlten. Es gehe darum diejenigen zu entlasten, die in letzter Zeit im Gefolge der Krise überstrapaziert worden sein. Es gehe um steuerliche Entlastungen für Familien und den Mittelstand. Es gehe nicht um die totale Ökonomie, sondern darum gerade denen, die den Karren gezogen hätten, für diese Tätigkeit zu belohnen. Steuerentlastung heiße die zentrale Botschaft und Ziel müsse ein gerechtes, klares, einfaches und transparentes Steuersystem sein.
2009 habe man staatlicherseits viel Geld ausgegeben. im Vorjahr habe sie Staatsquote schon bei 49 Prozent gelegen, 2010 wurde sie mehr als 50 Prozent betragen. So könne es aber nicht weiter gehen ,es müssten deutliche Sparbemühungen zu erkennen sein. Er sei dagegen, sich immer nur auf den Staat verlassen zu wollen, sagte Dr. Ruppert. Zu fordern sei ein passgenaues Mehrwertsteuersystem. 2010 sei ein Jahr, in dem gute Politik gefordert sei mit Investitionen in Bildung, Forschung und Technologie. In diesen Spitzenbereichen werde kein Deutschland nicht ausreichend genug Geld ausgegeben. E gehe darum, wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber leider gebe es ausgerechnet und Deutschland viel zu viel Bürokratie und Bedenkenträgerei, auch viele Vorurteile gegen neue Technologien: "Erst sieht man bei uns auf die Risiken und Gefahren, erst dann auch die Chancen.
Dr. Ruppert plädierte für einen "mehr angstfreien Umgang" mit Forschung und Technik. I den Schulen gelte es, mehr Chancengleichheit zu schaffen. Dabei müsse der Erziehung und der Anleitung der Kinder durch die Eltern oberste Priorität eingeräumt werden. Dies könne keine staatliche Institution ersetzen. Großes Interesse habe die FDP auch an der maximalen Durchlässigkeit des Bildungssystems. Außenpolitisch bescheinigte er Guido Westerwelle einen sehr guten Start nach grandiosem Wahlauftritt as FDP-Vorsitzender. Er habe klare Vorstellungen vom Wert der Menschenrechte und vertrete diese auch gegenüber den chinesischen Machthabern. Mit seiner Unterstützung werde man auch den richtigen Zeitpunkt zum Rückzug aus Afghanistan finden. Innenpolitisch sei die Zusammenarbeit mit Thomas de Maiziere angenehmer als mit Wolfgang Schäuble. Der Schwabe habe die Sicherheitslage viel zu weit nach vorne gestellt. Der Staat könne nicht permanent Daten über seien Bürger sammeln: "Das macht mir mehr Angst, als durch einen Nacktscanner am Frankfurter Flughafen zu gehen".
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